Das Leben der Lotte Ehrhardt

Geboren am 3. Februar 1912 als zweite Tochter des Physikers Professor Dr. Ferdinand Dannmeyer und seiner Ehefrau Minna, geborene Marxen. Der Vater war Leiter eines Lichtforschungsinstituts und Teilnehmer zahlreicher Expeditionen nach Island und Grönland zusammen mit Alfred Wegner und Heinrich Georgi. Er war bis zu seinem Tode Präsident der Deutsch-Isländischen Gesellschaft und Träger des isländischen Falkenordens. Die Mutter, Minna Marxen, entstammte einer Familie von Schiffsmaklern, Reedern und Kapitänen (z.B. Kapitäne der großen deutschen Passagierdampfer Hamburg-New York der beiden führenden Reedereien in Hamburg und Bremen). Minnas Bruder, Julius Marxen, war Schiffsmakler (Marxen & Döhle) und in verschiedenen Aufsichtsräten, z.B. Hapag-Lloyd. Die Familie war dem Wassersport verbunden mit erfolgreichen Segelolympiateilnahmen. Am Familiensitz Am Leinpfad in Hamburg wurden unter Beteiligung der Hamburger Gesellschaft zahlreiche Feste gefeiert, an die sich auch der Sohn von Lieselotte Ehrhardt, Dr. Jens Ehrhardt, noch gut erinnert.

1938 heiratete Lieselotte Ehrhardt den Fotografen und Dokumentarfilmproduzenten Alfred Ehrhardt, geboren 05.03.1901. Für Alfred Ehrhardt war es die zweite Ehe, erste Ehefrau war Mia Burchard aus der Bankiersfamilie Warburg. Dieser Ehe entstammte 1932 der erste Sohn Alfred Ehrhardts, Klaus. Alfred Ehrhardt ist heute einer der bekanntesten deutschen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Größere Ausstellungen in den letzten Jahren waren z.B. eine umfangreiche Retrospektive der Kunsthalle Bremen und eine Ausstellung seiner Fotografien (zusammen mit Blossfeldt, Renger-Patzsch, Sander und anderen 2012 in der Münchener Pinakothek der Moderne. Alfred Ehrhardt erhielt vier Bundesfilmpreise, zahlreiche Bundesfilmprämien und das Prädikat „besonders wertvoll“ für dutzende seiner Filme. Im Ausland erhielt er zwei erste Preise auf der Biennale Venedig und in den 50er Jahren in jedem Jahr mehrere internationale Filmpreise. Für Alfred Ehrhardt richtete sein Sohn, Dr. Jens Ehrhardt, im Jahre 2002 in Köln eine Stiftung ein (www.alfred-ehrhardt-stiftung.de). 2009 wurde die Stiftung nach Berlin verlegt (Auguststr. 75 / Ecke Tucholskystraße).

Lotte Ehrhardt war die wichtigste Mitarbeiterin von Alfred Ehrhardt bzw. seiner Produktionsfirma Alfred Ehrhardt Film. Sie begleitete ihn – als Hochzeitsreise – auf einer seiner ersten größeren Expeditionsreisen nach Island, wo der Film „Urkräfte am Werk“ entstand. Ein Tagebuch über die Reiseeindrücke Lotte Ehrhardts findet sich in der Anlage (Reisetagebuch ansehen). Im März 1942 wurde Lotte Ehrhardts einziges Kind, Jens, geboren. Schon vier Wochen nach der Geburt wurde das elterliche Haus in Hamburg fast vollständig durch britische Bomber zerstört, wobei die Eltern und das wenige Wochen alte Kind im Keller überlebten. Den Rest des Krieges verbrachte die Familie in Burgjoss bei Bad Orb auf dem Hoffmann’schen Gutshof (Bauer’sche Gießerei, Frankfurt). Hoffmann war ein Freund Alfred Ehrhardts, für den er unter anderem dessen Sammlung mittelalterlicher Plastiken fotografiert hatte. 1947 zog Lotte Ehrhardt mit Familie wieder in das elterliche Haus im Moorweg 50 in Hamburg.

Neben umfangreicher Mitarbeit an den Alfred-Ehrhardt-Filmen und Arbeit an den Alfred-Ehrhardt-Fotografien engagierte sie sich zeitlebens für bedürftige Mitmenschen. Diese Hilfe für in Not geratene Menschen setzt die Lotte-Ehrhardt-Stiftung als Fortführung ihres Lebenswerkes fort. Wenige Jahre nach dem Tod von Lotte Ehrhardt am 15.12.2005 (Lotte Ehrhardt wurde in ihrem Elternhaus geboren und starb auch im Alter von fast 94 in diesem Elternhaus) wurde die Lotte-Ehrhardt-Stiftung von ihrem Sohn, Dr. Jens Ehrhardt, ins Leben gerufen. Seitdem wurden zahlreiche Projekte in Deutschland, aber auch im Ausland (schwerpunktmäßig Russland und Myanmar, wo eine eigene NGO sowie mehrere Krankenhäuser betreut werden) durch die finanziellen Mittel der Lotte-Ehrhardt-Stiftung unterstützt.

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